Fuji FinePix F30: Bildqualität
Ihre für eine Ultrakompaktkamera ungewöhnlich hohe Bildqualität war schon das wichtigste Argument für die FinePix F10 und F11 gewesen; die FinePix F30 ist nun mit einem weiterentwickelten Sensor und dem RP-2-Prozessor ausgestattet, und so stellte sich die Frage, welche Auswirkungen diese neuen Komponenten auf die Abbildungsqualität haben würden.
In einer Zeit, in der selbst Superminis schon vereinzelt mit 10-Megapixel-Sensoren ausgestattet werden, bescheidet sich Fuji mit einem 6,3-Megapixel-SuperCCD im Formfaktor 1/1,7 Zoll – in dieser Kameraklasse dominieren längst die kleineren 1/2,5-Zoll-Chips. Der Verzicht auf Megapixelrekorde und der vergleichsweise große Sensor gewährleisten ein geringes Rauschen. Verbesserungen des SuperCCDs der nunmehr sechsten Generation – die F10 und F11 waren noch mit einem Sensor der fünften Generation ausgestattet – führen zu einer von ISO 80 auf 100 erhöhten Grundempfindlichkeit bei gleicher Größe und Megapixelzahl.
Auflösung

Die Auflösungsmessung zeigt erneut, dass die effektive Auflösung und die Megapixelzahl nur in einem losen Zusammenhang stehen. Schon die Auflösung der F10 war mit rund 1680 Linien/Bildhöhe überdurchschnittlich hoch, aber die F30 bringt noch eine weitere Steigerung. Horizontal löst das SuperCCD bei seiner Grundempfindlichkeit 1770, vertikal sogar 1860 Linien pro Bildhöhe auf. Diesen Unterschied zwischen der horizontalen und vertikalen Auflösung findet man ganz ähnlich auch bei anderen Kameras. Dass die diagonale Auflösung dagegen auf 1560 Linien pro Bildhöhe abfällt, ist für SuperCCDs typisch (siehe „Was steckt hinter der SuperCCD-Technologie?“); bei konventionellen CCDs ist das Verhältnis umgekehrt. Im Mittel ergibt sich eine sehr hohe Auflösung von rund 1730 Linien/Bildhöhe – ein Wert, der selbst von DSLRs mit 8-Megapixel-Sensor durchweg verfehlt wird.
Hier muss man allerdings hinzufügen, dass diese hohe Auflösung kontrastreichen Motiven vorbehalten bleibt. Grasflächen beispielsweise, deren Textur nur geringe Farb- und Helligkeitskontraste zeigt, werden als Nebenwirkung der Rauschunterdrückung oft weichgezeichnet und daher weniger gut aufgelöst. Bei solchen Motiven haben DSLRs mit APS-C-Sensor noch immer Vorteile, da diese Bildwandler schon aufgrund des größeren Pixelabstands ein besseres Signalrauschverhältnis haben und die nachträgliche Rauschunterdrückung schwächer ausfallen kann.

Rauschen
Um das Rauschverhalten der FinePix F30 einordnen zu können, haben wir sie mit ihrem Vorgängermodell FinePix F10, der Canon Ixus 65 als typischer 6-Megapixel-Ultrakompaktkamera mit 1/2,5-Zoll-Sensor und Pentax’ *ist DL als DSLR mit 6,1 Megapixeln verglichen. Die *ist DL erreicht wie die F30 als maximale Empfindlichkeit ISO 3200, während die Empfindlichkeitsskala der Ixus 65 bei ISO 800 endet. Im Vergleich der Messwerte des Farbrauschens liegt die F30 bei allen ISO-Werten vor der F10 und übertrifft auch noch die Pentax *ist DL; die Ixus 65 ist weit abgeschlagen:

Weniger eindeutig fällt der Vergleich bei dem auf das Helligkeitsrauschen bezogenen Rauschabstand aus. Das beste Ergebnis erzielt hier die Pentax *ist DL, dicht gefolgt von der FinePix F30. Wiederum schneidet das Modell mit dem kleinsten Sensor, die Ixus 65, am schlechtesten ab, wenn auch weniger deutlich als im Vergleich des ohnehin auffälligeren Farbrauschens.

Bei Strukturen mit hinreichend großem Kontrast macht sich die Rauschunterdrückung zunächst nur durch ein geringes Ausfransen der Kanten bemerkbar; erst ab ISO 1600 zeigen sich die typischen Artefakte, die bei ISO 3200 an den Verfremdungseffekt einer Strukturglasscheibe erinnern. Auf Abzügen in gängigen Formaten wären diese allerdings kaum störend wahrzunehmen. Details von Motiven mit geringem Kontrast bleiben bei steigender Empfindlichkeit nicht so gut erhalten, da sie zur Unterdrückung des Farbrauschens immer stärker weichgezeichnet werden.
| ISO 100 | ISO 200 | ISO 400 |
|---|---|---|
![]() | ![]() | ![]() |
| ISO 800 | ISO 1600 | ISO 3200 |
|---|---|---|
![]() | ![]() | ![]() |
Farbwiedergabe
Wie es nach den Erfahrungen mit der F10 und F11 zu erwarten war, ist auch die Farbwiedergabe der F30 sehr gut; die Abweichungen der Farbwerte sind sogar noch etwas geringer. Die Farbsättigung liegt nur geringfügig über dem Sollwert und auch der Kontrast wird nicht übertrieben. Hauttöne gibt die F30 sehr naturgetreu wieder; nur Rot zeigt den für Fuji-Modelle typischen leichten Orangestich. Der Weißabgleich bewältigt Tages- wie Kunstlicht hinreichend präzise; für problematische Motive kann man einen individuellen Weißabgleichswert speichern.

Verzeichnung und Vignettierung



Über den gesamten Brennweitenbereich des Objektivs hinweg fällt die Helligkeit in den Bildecken kaum ab; von 17 Prozent bei der kürzesten Brennweite reduziert sich die Vignettierung im Telebereich auf 10 Prozent (siehe Abbildungen links). Wenn man allerdings auf das Blitzlicht zur Ausleuchtung angewiesen ist, muss man einen Helligkeitsabfall um bis zu 41 Prozent bei der kürzesten Brennweite hinnehmen. Die Ausleuchtung des Blitzreflektors ist nicht völlig gleichmäßig und fällt zum rechten Bildrand hin etwas stärker ab (Abbildung unten).
Die Verzeichnung ist sehr gering, wobei der für diese Klasse sehr gute Wert von 1,2 Prozent bei kürzester Brennweite nicht so sehr der Optik zuzurechnen ist, sondern vielmehr auf eine nachträgliche Verzeichnungskorrektur des RP2-Prozessors zurück geht: Die noch in der Bildvorschau kurz nach der Aufnahme sichtbare tonnenförmige Verzeichnung ist fast vollständig verschwunden, wenn man sich das Bild im Wiedergabemodus anschaut. Diese Korrektur hatte Fuji allerdings auch schon in der F10 und F11 angewandt.
Movies

Zu den Schwachpunkten der F10 und F11 zählte ihr Movie-Modus, denn an Details nahe der Auflösungsgrenze zeigten sich störende Moirés; Motive wie Zäune oder Ziegeldächer waren besonders anfällig für dieses Phänomen. Für Videoaufnahmen müssen die sechs Millionen Sensorpixel auf die rund 300.000 Pixel eines VGA-Movies heruntergerechnet werden, und die einfachste Lösung bestünde darin, einfach nur jedes zwanzigste Sensorpixel zu verwenden. Wenn sehr feine Strukturen abgebildet werden müssen, ist ein einzelnes Pixel aber nicht mehr repräsentativ für die Farben und Tonwerte in einem 20mal größeren Bereich, und aus solchen Samplingfehlern entstehen farbige Moirés. Dem Anschein nach war dies die Methode, mit der der RP-Prozessor in Modellen wie der F10, F11 oder S9500 Videobilder berechnete. Mit der F30 und dem RP2-Prozessor ist Fuji offenbar wieder dazu übergegangen, für jedes Pixel des Videobildes eine größere Zahl von Sensorpixeln miteinander zu verrechnen. Der Unterschied ist in den Bildern links deutlich zu erkennen, die mit einer F30 (oben) und einer F10 (unten) aufgenommen wurden. weiter





