Fuji FinePix F50fd: Bildqualität
Der einzige Grund, weshalb man zu einer Kompaktkamera mit 12 Megapixeln greift, ist zwangsläufig der, dass einem die Auflösung der Bilder wichtiger als alle anderen Aspekte der Bildqualität ist – schließlich bringt eine höhere Pixelzahl ansonsten keine Vorteile und beim Rauschverhalten sogar Nachteile. Hier muss sich eine 12-Megapixel-Kamera also beweisen, und unsere bisherigen Tests solcher Modelle hatten gezeigt, dass eine ungewöhnlich hohe Auflösung keineswegs selbstverständlich ist – es ist nicht nur der Sensor, der die effektive Auflösung bestimmt; das Objektiv und die interne Bildverarbeitung spielen eine ebenso große Rolle. Der Sensor der F50fd ist ein SuperCCD (siehe „Was steckt hinter der SuperCCD-Technologie?“), von dem eine besonders hohe Auflösung zu erwarten ist; damit sind aber auch die Anforderungen an das Objektiv besonders hoch. Wie konnte sich die F50fd nun im Auflösungstest schlagen?
Auflösung


Unser Testchart nach ISO 12233 hatte bislang noch zur Auflösungsmessung jeder Kompaktkamera ausgereicht, da es Werte bis zu 2000 Linien/Bildhöhe erfasst; nur für die Ermittlung der diagonalen Auflösung reicht eine formatfüllende Aufnahme nicht aus. Die F50fd war nun das erste Kompaktmodell, bei dem auch die horizontale und vertikale Auflösung eine Aufnahme in kleinerem Maßstab erforderte, um den Messbereich an die Auflösungsleistung der Kamera anzupassen.
Gemittelt aus der waagerechten, senkrechten und diagonalen Auflösung errechneten wir ein Gesamtergebnis von rund 2130 Linien/Bildhöhe, wobei die diagonale Auflösung SuperCCD-typisch am niedrigsten ist. Damit wird die F50fd nur noch von vielfach teureren DSLRs mit sehr viel größeren Sensoren in den Schatten gestellt. Andererseits löste die F30 mit ihren nur 6 Megapixeln immerhin rund 1730 Linien/Bildhöhe auf, und die Steigerung von 23 Prozent bleibt hinter den 40 Prozent zurück, die allein aufgrund der Verdoppelung der Pixelzahl zu erwarten gewesen wären. Angesichts der Beschränkungen durch die nie ganz vollkommene Korrektur der Optik und die Beugungsunschärfe ist die Leistung der F50fd dennoch bemerkenswert und übertrifft noch unsere Erwartungen.
Die Auflösungsmessungen erfolgten anhand von Bildern, die wir bei ISO 100 aufgenommen hatten. Setzt man die Empfindlichkeit herauf, so muss die Rauschunterdrückung stärker in die Bildverarbeitung eingreifen, um das Rauschen zu unterdrücken, worunter zwangsläufig die Auflösung leidet. Man darf also nicht erwarten, auch im höheren ISO-Bereich noch ebenso hoch aufgelöste Bilder zu erhalten. Die Kantenschärfe bleibt zwar nach wie vor gut, aber feine kontrastarme Details gehen verloren, wenn das Rauschen durch eine gezielte Weichzeichnung unterdrückt wird.
Rauschen
Hohe Megapixelzahlen auf kleinen Sensoren sind nur möglich, weil die einzelnen Sensorpixel immer weiter verkleinert werden. Auf jedes Pixel fällt also immer weniger Licht; vor allem aber bietet es immer weniger Elektronen Platz, die während der Belichtungszeit gespeichert werden. Wird ein Sensor dann noch bewusst unterbelichtet, wie es bei der Wahl eines höheren ISO-Werts geschieht, dann wird das Signal immer schwächer, das sich vor dem Hintergrund des Sensorrauschens abheben soll. Man sollte also nicht damit rechnen, dass eine hochauflösende Kompaktkamera gleichzeitig auch beim Rauschverhalten glänzen könnte; vielmehr muss man sich fragen, wie weit die Rauschunterdrückung den gestiegenen Herausforderungen gewachsen ist.
Zum Vergleich haben wir das Rauschverhalten der F50fd bei Aufnahmen mit 12, 6 und 3 Megapixeln gemessen und den Ergebnissen der F10 und F30 bei 6 Megapixeln gegenüber gestellt:

Beim Farbrauschen fällt die F50fd noch etwas gegenüber der F10 zurück; nur bei ISO 100 ist das Ergebnis ebenso gut wie das der F10 bei ISO 80. Angesichts der verdoppelten Auflösung ist das kein Anlass zur Kritik, zumal auch die zweieinhalb Jahre alte F10 noch viele aktuelle Modelle im Rauschverhalten schlägt. Die Reduzierung der Auflösung auf 6 oder 3 Megapixel, bei der einzelne Pixel rauschmindernd miteinander verrechnet werden, bringt erst ab ISO 800 einen sichtbaren Effekt; das Niveau der F30 wird auch damit – durchaus erwartungsgemäß – nicht erreicht.
Beim Helligkeitsrauschen zeigt sich ein ähnliches Bild: Die F30 und selbst die F10 bleiben unerreicht. Für eine praxisgerechte Beurteilung muss man allerdings berücksichtigen, dass ein Großteil des Rauschens allein aufgrund der hohen Pixelauflösung unsichtbar bleibt, wenn man ein Bild ausdruckt oder ausbelichtet.

Bei der Beurteilung des Rauschverhaltens darf man sich nicht allein auf Messwerte verlassen, sondern muss auch den visuellen Charakter der Bilder berücksichtigen. In den 12-Megapixel-Bildern zeigt sich zwischen ISO 100 und 400 ein am Bildschirm sichtbares Rauschen, das in Abzügen aber unauffällig bliebe. Ab ISO 800 beginnen die Kanten auszufransen, was auf das stärkere Eingreifen der Rauschunterdrückung zurückzuführen ist. In keinem Fall kommt es zu einem Ausbluten der Farben, wenn Flächen unterschiedlicher Farbe aneinander grenzen – dieser Effekt ist oft bei Kameras zu beobachten, deren Rauschunterdrückung die Helligkeits- von den Farbinformationen trennt und die Farbkanäle zur Reduzierung des Farbrauschens weichzeichnet. Fujis Rauschunterdrückung arbeitet zwar ähnlich, vermeidet aber diese Falle, indem sie die Weichzeichung auf Bereiche ohne starke Farbkontraste beschränkt.
| ISO 100 | ISO 200 |
|---|---|
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| ISO 400 | ISO 800 |
|---|---|
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| ISO 1600 |
|---|
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Höhere Empfindlichkeiten stehen nur bei verringerter Auflösung zur Wahl: Wenn man ISO 3200 wählt, schaltet die Kamera auf 6 Megapixel zurück, bei der Wahl von ISO 6400 auf 3 Megapixel:
| ISO 100 | ISO 200 | ISO 400 |
|---|---|---|
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| ISO 800 | ISO 1600 | ISO 3200 |
|---|---|---|
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| ISO 6400 |
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Bei höheren ISO-Werten zeigen sich zwei sehr störende Effekte, die auch die prinzipiell rauschmindernde Wirkung der Skalierung auf eine geringere Auflösung nicht beseitigen kann. Ab ISO 3200 erscheinen helle senkrechte Streifen im Bild und schon ab ISO 1600 wird die Farbwiedergabe uneinheitlich – bei unserem Testexemplar waren die Bilder am oberen Rand grünstichig, während die Farbwiedergabe am unteren Rand einen Violettstich hatte. Die ISO-3200-Beispiele links (das zweite ist eine Montage der vier Ecken eines Testbilds) illustrieren diese Phänomene, die offenbar durch „fixed-pattern noise“ zu erklären sind: Die einzelnen Pixel, Zeilen und Spalten des Sensors verhalten sich nicht absolut gleich, sondern zeigen kleine, für jeden individuellen Sensor charakteristische Abweichungen. Bei niedrigen ISO-Werten erzeugt die Belichtung ein hohes Nutzsignal, das kleine Abweichungen überdeckt, aber je höher der ISO-Wert und je geringer das Signal, desto stärker machen sie sich anteilig bemerkbar. Bei einem Sensor mit sehr kleinen Pixeln tritt der Effekt schon früher auf als bei Sensoren mit größeren Pixeln, die auch bei höheren ISO-Werten noch ein recht großes Nutzsignal erzeugen.
Da die Abweichungen für jeden Sensor konstant sind, kann man die Kamera auf ihren Sensor kalibrieren und die Unterschiede herausrechnen. Daher sollten solche Bildfehler eigentlich nicht sichtbar werden, und wir gehen davon aus, dass eine F50fd, wäre sie perfekt kalibriert, bessere Resultate erbringen könnte.
Farbwiedergabe
Von der F10 bis zur F50fd hat sich die Genauigkeit der Farbwiedergabe immer weiter verbessert, sodass die Farbtöne nun sehr nahe am Sollwert liegen. Die Farbsättigung wird nicht übertrieben und an der Gradationskurve konnten wir nur eine leichte Anhebung der Mitteltöne ablesen, die den Kontrast nicht übermäßig anhebt. Insbesondere Grün und Hauttöne gibt die F50fd sehr naturgetreu wieder; Rot zeigt hingegen den für Fuji-Modelle typischen leichten Orangestich und lässt an Sättigung vermissen. Der automatische Weißabgleich bewältigt Tageslichtsituationen zuverlässig; die Voreinstellung für Kunstlicht ist wie bei den meisten Herstellern üblich auf Halogenlicht abgestimmt. Für problematische Motive kann man einen individuellen Weißabgleichswert speichern.

Verzeichnung und Vignettierung



Über den gesamten Brennweitenbereich des Objektivs hinweg fällt die Helligkeit in den Bildecken nur wenig ab; von 18 Prozent bei der kürzesten Brennweite verringert sich die Vignettierung im Telebereich auf 14 Prozent (siehe Abbildungen links). Wenn man allerdings auf das Blitzlicht zur Ausleuchtung angewiesen ist, muss man einen Helligkeitsabfall um bis zu 56 Prozent bei der kürzesten Brennweite hinnehmen (Abbildung unten).
Für eine geringe Verzeichnung sorgt vor allem die interne Bildverarbeitung, die verbliebene Abbildungsfehler des Objektivs weiter reduziert. Bei der kürzesten Brennweite haben wir eine tonnenförmige Verzeichnung um 1,4 Prozent gemessen, bei längster Brennweite eine kaum merkliche Verzeichnung um 0,1 Prozent. weiter











