Im Test: Sony Alpha900

Sony hat die Alpha900 im Oktober 2008 für rund 2800 Euro herausgebracht. Zum Zeitpunkt dieser Testveröffentlichung gibt es den Body im Internet schon ab 2040 Euro. Mit dieser digitalen Spiegelreflexkamera wollte sich Sony in der Profiliga positionieren und Nikon sowie Canon Konkurrenz machen. Jedoch verlangen Profis nicht nur nach einer guten Hardware, sondern auch nach einem guten und fast überall verfügbaren Service. Und der Aufbau von diesem Service-Netz verzögert sich, sodass Sony selbst die Ambitionen etwas dämpft und weniger von einer Profikamera und mehr von einem Flaggschiff für ambitionierte Fotografen spricht. Aber auch mit diesem Umstand positioniert sich die Alpha900 durch ihrer Ausstattung in der Profiliga.

Das Alpha-Modell verfügt über einen 24,61-Megapixelsensor des Typs CMOS, womit sich Fotos mit der maximalen Auflösung von 6048 x 4032 Bildpunkten erstellen lassen. Eine aktive Sensorreinigung sowie eine antistatische Beschichtung sollen den Sensor staubfrei halten. Außerdem beherbergt der Body einen optischen Bildstabilisator auf Basis eines beweglich gelagerten Sensors. Dieser erlaubt eine bis zu 2,5 bis 4,0 EV längere Belichtungszeit, ohne dass Verwackelungsunschärfe auftritt. Zur Schärfefindung steht ein 9-Punkt-Autofokus mit zentralem Doppelkreuzsensor bereit, der 10 zusätzliche Hilfsfelder hat. Ein kontinuierlicher Autofokus ist ebenfalls verfügbar. Außerdem lassen sich bis zu 30 Objektive individuell in 20 positiven oder negativen Schritten fein justieren.

Die Empfindlichkeit kann ein Fotograf manuell zwischen ISO 200 und ISO 3200 einstellen oder automatisch von der Kamera vornehmen lassen. Im erweiterten ISO-Bereich sind zudem Werte zwischen ISO 100 und ISO 6400 möglich. Die längste automatische und manuelle Belichtungszeit beträgt 30 Sekunden; die kürzeste liegt bei 1/8000 Sekunden. Zur Belichtungssteuerung stehen eine Programm-, Zeit- oder Blendenautomatik sowie ein manueller Modus bereit.

Der Body der Alpha900 verfügt über ein Display mit einer Diagonalen von 3,0 Zoll sowie einer Auflösung von 921 600 Pixel und nimmt CompactFlash-Karten des Typs I und II auf. Als Schnittstellen weist er einen HDMI-, einen Fernauslöser- sowie einen IR-Fernbedienungs-Anschluss auf. Die dazugehörige Fernbedienung befindet sich im Lieferumfang. Aber die Alpha900 lässt sich auch via Computer steuern. Die dazu nötige Software liegt ebenso bei. Beim Datentransfer via USB-Schnittstelle messen wir eine Übertragungsgeschwindigkeit von 9,5 Megabyte pro Sekunde.


Sony Alpha900

HerstellerSony
Preisrund 2800 Euro
MarkteinführungOktober 2008
Sensor35,9x24,0 mm-CMOS; 24,61 Mio. Pixel; Pixelabstand 5,9 µm
Auflösungen6048x4032, 6048x3408, 4400x2936, 4400x2470, 3024x2016, 3024x1704 (im APS-C-Format: 3984x2656, 2896x1928, 1984x1320)
Megapixel24,61
Umrechnungsfaktor1
Autofokusja, mit Hilfslicht, 9-Punkt-AF mit 10 zusätzlichen Hilfsfeldern oder Spot-AF; 9 wählbare Messfelder mit zentralem Doppelkreuzsensor (f2,8); auch kontinuierlicher Autofokus; individuelle Feinjustierung für bis zu 30 Objektive in Schritten von ±20
Manuelle Fokussierungja
Empfindlichkeit (ISO)200, 250, 320, 400, 500, 640, 800, 1000, 1250, 1600, 2000, 2500, 3200 (ISO 100 bis 6400 im erweiterten ISO-Bereich)
Verschlusszeit30 bis 1/8000 Sekunde (auch Langzeitbelichtung (Bulb))
BelichtungssteuerungProgrammautomatik, Zeitautomatik, Blendenautomatik, manuell (auch Programm-Shift; 13 Kreativstile; drei benutzerdefinierte Modi)
Belichtungsmessungmittenbetont, Mehrfeld (40 Messfelder), Spot
Belichtungskorrekturum ±3 EV in Schritten von 1/3 EV
Kontrollierbare ParameterFarbsättigung (±3), Kontrast (±3), Schärfe (±3), Zone Matching (-1 bis +2), Helligkeit (±3), D-Range Optimizer (Standard, Auto und 5 wählbare Stufen), Rauschunterdrückung (±1), Kreativstile (11), Farbraum (sRGB und Adobe RGB), Blitzleistung (±3 EV in Schritten von 1/3 oder 1/2 EV)
Histogramm (vor/nach der Aufnahme)nein/ja
Parameter für BelichtungsreihenLichtwert (3 oder 5 Bilder in Schritten von 1/3, 1/2, 2/3 oder 2 EV), D-Range Optimizer (3 Bilder, hoch/niedrig), Weißabgleich (3 Bilder, hoch/niedrig), Blitzleistung (3 oder 5 Bilder in Schritten von 1/3, 1/2, 2/3 oder 2 EV)
Weißabgleichautomatisch, manuell, 6 Voreinstellungen (auch Direktwahl der Farbtemperatur zwischen 2500 und 9900 K in 19 Schritten; zusätzliche Korrektur zwischen Magenta und Grün in ±9 Stufen; Voreinstellungen können um ±3 Stufen von 10 Mired zwischen Rot und Blau fein justiert werden)
Serienbilder4,8 Bilder pro Sekunde, 50 in Folge (im Raw- und cRaw-Modus können 13 Bilder in Folge aufgenommen werden, im Raw+JPEG-Modus 11 Bilder in Folge; bei stärkerer JPEG-Kompression können bis zu 285 Bilder in Folge aufgenommen werden; die Serienbildgeschwindigkeit kann auf 3 Bilder/Sek. gedrosselt werden)
Blitzextern; Langzeitsynchronisation auf 1. und 2. Verschlussvorhang (Synchronzeit 1/250 Sek. (1/200 Sek. mit aktiviertem Bildstabilisator); ADI-TTL-Blitzsteuerung mit Vorblitz; FP-Kurzzeitsynchronisation mit systemkompatiblen externen Blitzgeräten; drahtlose Steuerung externer Blitzgeräte möglich; X-Synchronbuchse für den Anschluss von Blitzanlagen)
SucherSpiegelreflex mit Rückschwingspiegel
Display3-Zoll-TFT-LCD mit 921600 Bildpunkten
Speicher (Lieferumfang)CompactFlash Typ I und II, MemoryStick Duo, MemoryStick Pro Duo
SpeicherformateJPEG, Raw (12-Bit-Raw-Format (ARW 2.1); auch parallele Speicherung im Raw- und JPEG-Format möglich)
SchnittstellenUSB High-Speed, Video-out (USB-Durchsatz 9,5 Megabyte/Sek.; HDMI-Anschluss; Anschluss für Fernauslöser; IR-Fernbedienung im Lieferumfang)
Stromversorgung1 Lithium-Ionen-Akku; Lieferumfang: Lithium-Ionen-Akku (NP-FM500H, 7,2 V, 1640 mAh) und Ladegerät; maximale Batterielaufzeit nach CIPA: 880 Aufnahmen
GehäusematerialMagnesiumlegierung
Abmessungen (B/H/T)156,3/116,9/81,9 mm
Gewicht (betriebsbereit)930 Gramm
Besonderheitenalpha-Bajonett (kompatibel zum Minolta-A-Bajonett außer DT-Objektive); beim Einsatz von Objektiven für Kameras mit APS-C-Sensor wird die genutzte Sensorfläche automatisch verkleinert; Exmor-CMOS-Sensor mit integrierten 12-Bit-A/D-Wandlern; Dual-BIONZ-Prozessor; integrierter optischer Bildstabilisator auf Basis eines beweglich gelagerten Sensors, der um bis zu 2,5 bis 4,0 EV längere Belichtungszeiten erlaubt; Staubschutz durch antistatische Beschichtung des Sensors und aktive Sensorreinigung durch Sensorvibration; Dachkantprismensucher mit einem Gesichtsfeld von 100 Prozent und 0,74facher Vergrößerung; austauschbare Einstellscheibe Spherical Acute Matte Typ G; Spiegelvorauslösung; RGB-Histogramm; Vorschaufunktion für Weißabgleich, Dynamikbereichsoptimierung und Belichtungseinstellung; zwei Rändelräder zur Wahl der Belichtungsparameter; Mini-Joystick; witterungsgeschützte Abdichtung der Tasten und Steckplätze; ein Raw-Konverter und eine Software zur Steuerung der Kamera über den Computer sind im Lieferumfang enthalten; Fernbedienung RMT-DSLR1 im Lieferumfang; optionaler Funktionshandgriff VG-C90AM mit Hochformatauslöser und verdoppelten Bedienelementen, der einen zusätzlichen Akku aufnehmen kann

Geschwindigkeit

Die Einschaltzeit der Sony Alpha900 beträgt 0,5 Sekunden. Wird das Motiv zuvor mit dem Autofokus scharf gestellt, benötigt das Alpha-Modell 0,00 Sekunden, um die Aufnahme zu belichten. Inklusive der Zeit für das Fokussieren messen wir dann eine Auslösezeit von 0,38 Sekunden bei kürzester Brennweite. Bei längster Brennweite im Telebereich sind es 0,59 Sekunden.

Die Bildfolgezeit, also die Zeit für eine Reihe von Fotos im normalen Aufnahmemodus, liegt bei 0,52 Sekunden. Im Serienbildmodus schießt die Spiegelreflexkamera 4,8 Bilder pro Sekunde wobei 50 Fotos in Folge möglich sind. Bei einer stärkeren Jpeg-Kompression können auch bis zu 285 Bilder in Folge aufgezeichnet werden. Im Raw- und cRaw-Modus lassen sich 13 Bilder in Serie aufnehmen. Diese Anzahl sinkt noch etwas auf 11 Bilder in Folge ab, wenn der Fotograf gleichzeitig Raw- und Jpeg-Dateien abspeichern lässt. Die Serienbildgeschwindigkeit lässt sich zudem auf 3 Bilder pro Sekunde begrenzen.


Sony Alpha900: Geschwindigkeit

Einschaltzeit (Sek.)0,1
Auslöseverzögerung nach Vorfokussierung (Sek.)0,00
Auslöseverzögerung inkl. Fokussierung bei kürzester Brennweite (Sek.)0,4
Auslöseverzögerung inkl. Fokussierung bei längster Brennweite (Sek.)0,6
Bildfolgezeit (Sek.)0,5
Serienbildfrequenz bei höchster JPEG-Qualität (Bilder/Sek.)4,8
Anzahl der Serienbilder in Folge50

Bildqualität

Mit der Kamera-Objektiv-Kombination der Sony Alpha900 ermitteln wir in unserem Test eine Auflösung von 2620 Linien pro Bildhöhe. Und bei ISO 100 messen wir einen Rauschabstand von 17,6 dB, was einem Helligkeitsrauschen von 1,75 Prozent entspricht. Damit liegt die Alpha bereits in der Grundempfindlichkeit über dem Helligkeitsrauschen der Canon EOS 5D Mark II. Der Rauschabstand sinkt dann über die einzelnen Empfindlichkeitsstufen bis zu 11,3 dB bei ISO 6400, was einem deutlichen Helligkeitsrauschen von 7,39 Prozent entspricht. (ISO 100: 17,6 dB; ISO 200: 16,6 dB; ISO 400: 16,0 dB; ISO 800: 15,3 dB; ISO 1600: 15,0 dB; ISO 3200: 13,3 dB; ISO 6400: 11,3 dB). Dabei kommt es besonders beim Sprung von ISO 1600 auf ISO 3200 sowie von ISO 3200 auf ISO 6400 zu einem deutlichen Abfall. Das Farbrauschen, das in den Fotos von Betrachtern deutlicher als das Helligkeitsrauschen wahrgenommen wird, nimmt über die einzelnen Empfindlichkeiten beständig zu. So messen wir bei ISO 100 doch schon ein etwas höheres Rauschen von 0,72 Prozent, das bis ISO 6400 auf 2,95 Prozent ansteigt (ISO 100: 0,72 Prozent; ISO 200: 0,85 Prozent; ISO 400: 1,11 Prozent; ISO 800: 1,42 Prozent; ISO 1600: 1,68 Prozent; ISO 3200: 1,96 Prozent; ISO 6400: 2,95 Prozent).

Bei ISO 6400 ist bei der visuellen Überprüfung in der Aufnahme deutliches Helligkeitsrauschen und auch deutliches Farbrauschen erkennbar. Was in dieser Empfindlichkeit positiv ist, sind die Konturen, die ohne Ausfranzungen deutlich abgegrenzt von den angrenzenden Farbflächen bestehen bleiben. Bei ISO 3200 ist Farbrauschen erkennbar und etwas schwächer auch bei ISO 1600.

Mit einer Abweichung von 2,0 Prozent von der Farbvorlage ist die Alpha900 Farbtreu. Rot neigt zu Orange und Gelb tendiert etwas stärker zu Grün. Außerdem tendiert Cyan zu Grün und Magenta zu Rot. Der automatische Weißabgleich unter Tageslichtbedingungen liegt mit einer Fehlerquote von 10,5 Prozent deutlich neben der Vorlage. Und auch die Kameravoreinstellung Kunstlicht liegt mit 17,4 Prozent stark neben den Testvorgaben.


Fazit

Sony hat mit der Alpha900 ein Profimodell auf den Markt gebracht, das sich aber eher an ambitionierte Amateure richtet. Denn neben einer sehr guten Kamera und einer großen Auswahl an guten Objektiven verlangt der Profi nach einer guten Betreuung. Denn ein Hersteller-Service muss bei kurz vor einem Shooting auftretenden Defekt schnell und unkompliziert Ersatz bereitstellen können. Das dazu nötige Service-Netz hat Sony bisher noch nicht aufgebaut. Und hat dies nach Aussagen des Herstellers wohl auch für die nächste Zeit auf die lange Bank geschoben. Zudem neigt die Alpha900 beispielsweise gegenüber einer Nikon D3 in den höheren ISO-Werten zu deutlicherem Rauschen. Insgesamt ist Sony aber eine gute Spiegelreflexkamera gelungen. Somit beurteilen wir die Sony Alpha900 im Vergleich zu allen Kameras in der Klasse der Spiegelreflexmodelle als „empfehlenswert“.


Sony Alpha900: Wertung

Bildqualität (40%)13,02 Punktesehr gut (1,4)
Ausstattung (30%)14,23 Punktesehr gut (1,0)
Geschwindigkeit (20%)14,00 Punktesehr gut (1,0)
Handling (10%)11,70 Punktegut (1,8)
Gesamtnote13,44 Punktesehr gut (1,2)
ProSensorreiniungssystem, optischer Bildstabilisator, Dachkantprismensucher, austauschbare Einstellscheibe, günstiger Preis
Contraleicht erhöhtes Rauschen, größere Abweichung beim Weißabgleich, geringer Wirkungsgrad
Unser Urteilempfehlenswert
Copyright ©2009 by Michael J. Hußmann / Christopher Jakob