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Alpha-Tier

Sonys erste DSLR alpha100 kommt schon im Juli

06.06.2006 | mjh

Als Konica Minolta im Januar bekanntgab, sich aus dem Kameramarkt zurückzuziehen, blieb als einzige gute Nachricht, dass Sony zumindest Minoltas DSLR-Technologien und einen großen Teil der in dieser Abteilung tätigen Ingenieure übernehmen und auf dieser Basis eigene DSLRs entwickeln würde. Heute lüftete sich nun der Schleier über dem ersten Modell der neuen alpha-Reihe: Die 10,2-Megapixel-DSLR alpha100 soll schon Mitte Juli zu einem Preis von rund 900 Euro in den Handel kommen. Daneben kündigte Sony neue Objektive, Blitzgeräte und andere Komponenten des alpha-Systems an, die teilweise auf Minolta-Produkte zurückgehen, zum anderen Teil aber echte Neuentwicklungen sind.

Der Name „alpha“ geht noch auf die Minolta-Tradition zurück, denn die hierzulande als „Dynax“ und in den USA als „Maxxum“ vermarkteten Spiegelreflexkameras waren in Japan schon immer unter diesem Namen bekannt. Die alpha100 knüpft vom äußeren Erscheinungsbild ebenso wie von den inneren Werten her an die Dynax 7D und 5D an, ist aber im Gegensatz zu diesen 6-Megapixel-Modellen mit Sonys 10,2-Megapixel-CCD ausgestattet, wie er von Nikons D200 bekannt ist. Während der Sensor der D200 allerdings über vier Kanäle ausgelesen wird, beschränkt sich Sony bei seiner Version für die alpha100 offenbar auf zwei Kanäle, weshalb die Serienbildfrequenz bei nur 3,0 Bildern pro Sekunde liegt; die D200 erreicht fast 5,0 Bilder pro Sekunde. Sonys neuer „Bionz Image Processor“ macht es dafür möglich, JPEG-Bildserien in nur durch die Speicherkapazität beschränkter Länge aufzunehmen – etwas, das bislang noch keine DSLR schaffte. Im Raw-Modus kann die alpha100 bis zu sechs Bilder in Folge aufnehmen; bei paralleler Speicherung im Raw- und JPEG-Format sind es noch drei Bilder. Ein Novum ist die antistatische Beschichtung des Sensors: Ein durchsichtiger Indium-Zinnoxyd-Film leitet die im Betrieb entstehende elektrische Ladung ab und soll so verhindern, dass der Sensor Staubpartikel im Kamerainneren anzieht.

Wie die digitalen Dynax-Modelle ist auch die alpha100 mit einem optischen Bildstabilisator ausgestattet, der Verwacklungen der Kamera mit einem beweglichen Sensor ausgleicht. Zwei Gyrosensoren messen die Schwenk- und Kippbewegungen der Kamera und der Prozessor berechnet daraus Korrekturwerte, mit denen der Sensor dem zitternden Bild nachgeführt wird. Diese Bildstabilisierungstechnologie funktioniert mit fast jedem Objektiv mit alpha-Bajonett oder dem dazu kompatiblem Minolta-A-Bajonett und soll die verwacklungsfrei verwendbaren Verschlusszeiten bis zu 11fach (also um 3,5 EV) verlängern. Die Piezokristalle, die den Sensor verschieben, haben noch eine Zusatzfunktion: Vor dem Ausschalten oder auch menügesteuert versetzen sie den Sensor in Schwingungen, um trotz der antistatischen Beschichtung anhaftenden Staub abzuschütteln – ein Verfahren, das Olympus’ Staubschutzfilter in den DSLRs der E-Serie ähnelt, aber wohl nicht dessen Schwingungsfrequenz im Ultraschallbereich erreicht.

Eine weitere Neuerung ist der „D-Range Optimizer“, der in zwei Stufen optional zugeschaltet werden kann, um den Dynamikumfang zu erweitern und die Kontrastwiedergabe zu verbessern.

Die weiteren Eckdaten des Kameradesigns entsprechen weitgehend denen der Dynax 5D und 7D. Die Fokussierung übernimmt das von diesen Modellen bekannte AF-System mit neun Messfeldern und einem zentralen Kreuzsensor; als Hilfslicht zur Unterstützung bei schlechten Lichtverhältnissen kann man den eingebauten Blitz zuschalten. Der Schlitzverschluss erlaubt Belichtungszeiten zwischen 1/4000 und 30 Sekunden sowie Langzeitbelichtungen; die kürzeste Blitzsynchronzeit liegt bei 1/125 Sek. mit und 1/160 Sek. ohne zugeschaltetem Bildstabilisator. Die Einstellscheibe des Spiegelreflexsuchers mit Dachkantprisma ist fest eingebaut. Ein 2,5-Zoll-Display dient gleichzeitig als Statusdisplay; durch einen Orientierungssensor gesteuert dreht sich die Anzeige mit der Kamera, und wenn man das Auge dem Sucherokular nähert, schaltet es sich automatisch ab. Neu ist die auf 230000 Pixel angehobene Auflösung des Displays. Die Kapazität des Akkus hat Sony auf fast 12 Wattstunden verbessert; mit voll geladener Batterie sind nun bis zu 750 Aufnahmen (nach CIPA-Standard) möglich.

Die alpha100 wird in drei Konfigurationen in den Handel kommen: Das Gehäuse allein soll rund 900 Euro kosten, zusammen mit einem 18–70-Millimeter-Standardzoom rund 1000 Euro. Für rund 1200 Euro bietet Sony ein Bundle mit der alpha100, dem Standardzoom und einem 75–300-Millimeter-Telezoom an.

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