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Was wird aus JPEG?

Microsofts HD-Photo-Format soll als JPEG XR standardisiert werden

28.11.2007 | mjh

Im Juli diesen Jahres hat die Joint Photographic Experts Group (JPEG) Microsofts Bildformat HD Photo zur ISO-Standardisierung zugelassen; im Vorfeld dieser Entscheidung hatte Microsoft auf Lizenzgebühren für die Nutzung seiner HD-Photo-Patente verzichtet. Als JPEG XR („eXtended Range“) soll es neben dem klassischen JPEG sowie JPEG2000 ein weiteres Mitglied der JPEG-Familie werden. Das bedeutet nun allerdings nicht, dass HD Photo/JPEG XR automatisch das klassische JPEG-Format ablösen wird, wie beispielsweise unsere Kollegen bei fototools voraussagten (HD Photo beerbt JPEG-Standard).

Das neueste Projekt der Joint Photographic Experts Group heißt „JPEG Digital Imaging System Integration“ (JPEG DI) und soll die Harmonisierung der verschiedenen Entwicklungen von Kompressionsverfahren und -formaten unter dem Dach von JPEG vorantreiben, wobei die JPEG-Familie neben dem klassischen baseline oder progressive JPEG auch JPEG2000 und künftig JPEG XR umfassen wird. JPEG XR verspricht verschiedene Vorteile wie eine größere Farbtiefe und eine daher bessere Tonwertdifferenzierung sowie eine gegenüber Standard-JPEG wahlweise bessere Qualität bei gleicher Dateigröße oder gleiche Qualität bei geringerer Dateigröße.

Ob JPEG XR nun aber das klassische JPEG ablösen wird, ist keine Frage, mit der sich die Joint Photographic Experts Group befasst; allein der Markt kann das entscheiden. JPEG2000, einst als verbesserter Nachfolger des ursprünglichen JPEG-Standards angesehen, konnte sich bis heute nur in Nischenmärkten durchsetzen; seiner Integration in Digitalkameras standen Lizenzgebühren und allzu hohe Anforderungen an die Rechenleistung entgegen. JPEG XR soll diese Nachteile nicht aufweisen und hätte daher bessere Chancen für die JPEG-Nachfolge, aber ob sich das neue Format nach seiner ISO-Standardisierung wirklich durchsetzen wird, lässt sich heute noch nicht voraussagen.

Die Bildqualität aktueller Digitalkameras wird nur zu einem geringen Teil durch die JPEG-Kompression beschränkt, weshalb auch das früher beliebte TIF-Format nur noch selten als Alternative angeboten wird. Gegenüber Raw-Dateien, aus denen sich in der nachträglichen Ausarbeitung am Computer tatsächlich eine höhere Qualität herausholen lässt, haben die Instant-Bilder im JPEG-Format vor allem den Nachteil, dass die Bildverarbeitung in sehr kurzer Zeit auf dem leistungsschwächeren Prozessor der Kamera ablaufen muss und auf künstliche Intelligenz statt der steuernden Eingriffe des Fotografen setzt. Auch ein dem klassischen JPEG überlegenes Kompressionsverfahren kann daran nichts ändern.

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