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Sie kommt … später

Neues von der Sigma DP1

30.11.2007 | mjh

Auf der Photokina 2006 stellte Sigma zwei Kameramodelle mit demselben Foveon-X-Sensor vor, die Spiegelreflexkamera SD14 und das Kompaktmodell DP1 mit einem Objektiv fester Brennweite. Die SD14 kam im März diesen Jahres in den Handel, aber die kleine Schwester DP1 ließ auf sich warten – so lange, dass manche schon die Hoffnung aufgaben und der DP1 ein ähnliches Schicksal wie der ebenfalls mit einem X3-Sensor ausgestatteten Polaroid x530 voraussagten, deren Markteinführung mehrfach verschoben worden und am Ende ganz ausgefallen war.

Die DP1 sollte mit einem Foveon-X3-Sensor im Format 20,7 mal 13,8 mm ausgestattet sein, dessen knapp 5 Millionen Pixel alle drei Grundfarben registrieren können, statt wie die verbreiteteren Sensoren mit Farbfiltern im Bayer-Muster nur je eine. Ein X3-Sensor kann daher die Farben feinster Details ohne Moiré-Artefakte auflösen, und wenn der Vergleich mit einem konventionellen Sensor auch schwierig ist, entspricht die Auflösung doch annähernd der eines Bayer-Sensor mit doppelter Megapixelzahl. Nach Sonys DSC-R1 wäre die DP1 das zweite Kompaktmodell mit annähernd APS-C-großem Sensor, aber im Gegensatz zur voluminösen R1 nicht größer als herkömmliche Kompaktkameras mit sehr viel kleinerem Sensor.

Schon auf der Photokina konnten wir einen funktionsfähigen Prototyp der DP1 ausprobieren, und auf der PMA im März dieses Jahres führte Sigma eine weiterentwickelte Version vor. Obwohl die Kamera also offenkundig mehr als ein bloßer Wunschtraum der Sigma-Ingenieure war, wurde es danach recht still um dieses Modell. Heute meldete sich nun aber Kazuto Yamaki, Sigmas COO (Chief Operating Officer) mit Neuigkeiten zur DP1 zu Wort.

Im Frühsommer, so Kazuto Yamaki, hatte die DP1-Entwicklung bereits kurz vor der Betaphase gestanden, aber es stellte sich heraus, dass die erreichbare Bildqualität nicht den Stand der Spiegelreflexmodelle erreichen würde. Nach intensiven Debatten machte man die Architektur der internen Bildverarbeitung als Ursache des Problems aus und entschied sich dafür, diese völlig neu zu konzipieren, auch wenn dies (noch unbekannte) Änderungen an der ursprünglichen Spezifikation erforderte. Inzwischen hat die DP1 erneut die Alphaphase erreicht und bei Sigma ist man zuversichtlich, die Entwicklung nun ohne weitere Schwierigkeiten zu einem guten Ende führen zu können. Auf ein festes Datum für die Markteinführung möchte sich Sigma nach den bisherigen Erfahrungen allerdings nicht mehr festlegen.

Der Foveon-X3-Sensor stellt hohe Anforderungen an die interne Bildverarbeitung; das hatten schon die SD-Modelle deutlich gemacht, deren erste beiden Generationen noch ausschließlich im Raw-Format speicherten und die Bildverarbeitung aus der Kamera in den Computer verlagerten. Die SD14 kann die Bilddaten zwar auch intern verarbeiten, aber die Qualität der so erzeugten JPEGs bleibt hinter der Qualität konvertierter Raw-Bilder deutlich zurück. Im vergangenen Jahr stellte Foveon eine Architektur für die interne Bildverarbeitung vor, die auch die vergleichsweise leistungsschwachen Kameraprozessoren nicht überfordern sollte. Falls es diese Architektur war, die ursprünglich in der DP1 implementiert werden sollte, wären die enttäuschenden Ergebnisse kaum überraschend: Foveons Konzept beruhte darauf, die Bilddaten in unterschiedliche Kanäle für Farbe und Helligkeit aufzuspalten und die Auflösung der Daten in den Farbkanälen im Interesse einer schnelleren Verarbeitung zu reduzieren. Damit wäre aber gerade der entscheidende Vorteil des X3-Sensors, nämlich die gute Auflösung farbiger Details, zunichte gemacht worden. Wir wissen zwar nicht, wie Sigma den Herausforderungen begegnen will, aber nachdem sie sich nun ihrer Sache wieder sicher zeigen, sind wir auf das Ergebnis gespannt, wann immer die finale Version der DP1 für einen Test bereit stehen wird.

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