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Nikon D80: 10 Megapixel für alle

Der Nachfolger der D70s bringt viele Features der D200 in die Amateurklasse

09.08.2006 | mjh

Auf den ersten Blick ähnelt Nikons D80 den Einsteigermodellen D70s und D50, aber ein Blick in das Datenblatt offenbart eine Verwandschaft zur Mittelklasse-DSLR D200; bei einem Preis von rund 970 Euro für das Gehäuse ist sie allerdings ungleich erschwinglicher. Wie die D200 ist auch die D80 mit einem 10,2-Megapixel-Sensor im APS-C-Format ausgestattet, der aber nicht mit dem Bildwandler des Schwestermodells identisch ist. Möglicherweise handelt es sich um dasselbe Sony-CCD, das auch in Sonys eigener alpha100 steckt und sich durch eine geringere Zahl von Datenkanälen vom schnelleren Chip der D200 unterscheidet. Die D80 hat fast dieselben kompakten Abmessungen wie die D50, während das Layout der Bedienelemente dem der D70s entspricht.

Vor zweieinhalb Jahren hatte Nikon mit der D70 erstmals ein Verschlusskonzept eingeführt, das einen relativ simpel aufgebauten mechanischen Schlitzverschluss mit einem elektronischen Verschluss kombinierte, wie er zuvor nur in Kompaktkameras Verwendung fand. Die D80 markiert nun die Abkehr von diesem auch in der D50 und D70s genutzten Konstruktionsprinzip, das äußerst kurze Belichtungszeiten ermöglichte, aber auch die Gefahr von Blooming barg. Die D80 hat einen konventionellen Schlitzverschluss, mit dem sich Verschlusszeiten bis 1/4000 Sek. realisieren lassen. Die kürzeste Synchronzeit liegt bei 1/200 Sek..

Der Pentaprismensucher der D80 soll ein großes, helles Sucherbild erzeugen; seine Vergrößerung von 0,94 Prozent entspricht der des Suchers der D200, der sich durch sein großes Gesichtsfeld auszeichnet. Die Einstellscheibe ist fest eingebaut; wie von den Vorgängermodellen bekannt kann man mit einer LCD-ähnlichen Technologie optionale Hilfslinien einblenden. Das Autofokusmodul MultiCAM-1000 mit 11 Messfeldern in rautenförmiger Anordnung hatte Nikon mit der D200 eingeführt und nutzt es nun auch in der D80; sein zentrales Messfeld ist als für waage- wie senkrechte Strukturen empfindlicher Kreuzsensor ausgeführt und kann optional verbreitert werden. Der Autofokus, der sich bei schlechten Lichtverhältnissen von einem Hilfslicht oder einem externen Blitzgerät unterstützten lässt, fokussiert wahlweise beim Druck auf den Auslöser oder auch kontinuierlich, wobei bewegliche Motive über die 11 Messfelder hinweg verfolgt werden können.

Das F-Bajonett der D80 ist mit allen Nikon-Objektiven mit CPU kompatibel; die 3D-Color-Matrixmessung II ist auf G- und D-Nikkore beschränkt, während die Color-Matrixmessung II mit allen kompatiblen Objektiven möglich ist. Zur Belichtungsmessung dient ein mit der D50 eingeführte 420-Pixel-Sensor.

Für die interne Bildverarbeitung ist ein neuentwickelter Prozessor zuständig, der bei gestiegener Leistung weniger Energie verbrauchen soll: Derselbe Lithium-Ionen-Akku des Typs EN-EL3e, der voll geladen für bis zu 1800 Aufnahmen mit der D200 ausreicht, soll der D80 bis zu 2700 Aufnahmen ohne Nachladen erlauben. Ein optionaler Batteriegriff mit Hochformatauslöser kann die Laufzeit noch verlängern.

Schon das Vorgängermodell D70s erreichte eine Serienbildfrequenz von 3,0 Bildern pro Sek.; die D80 soll mit dieser Geschwindigkeit nun bis zu 100 JPEG- oder 6 Raw-Bilder aufnehmen können; bei der D70s endeten die Bildsequenzen schon nach 14 beziehungsweise 4 Aufnahmen. Zur Speicherung der Bilddaten dienen SD-Karten, wie sie mittlerweile auch im DSLR-Bereich immer stärkere Verbreitung finden und die einst dominierenden CompactFlash-Karten in den Bereich der reinen Profimodelle verdrängen. Natürlich ist der Kartensteckplatz SDHC-kompatibel, unterstützt also Karten mit mehr als 2 Gigabyte Kapazität. Das Display der D80 ist nicht nur auf 2,5 Zoll gewachsen, sondern hat auch weitere 100.000 Pixel hinzugewonnen und löst jetzt zeitgemäße 230.000 Pixel auf.

Einige Ausstattungsmerkmale der D80 hat Nikon seinen Kompaktkameras entlehnt. Eine Funktion zur automatischen Rote-Augen-Retusche findet sich ebenso wie die Kontrastoptimierung mit Nikons D-Lighting-Technologie, die die Tonwerte einzelner Bildbereiche unabhängig voneinander verbessert.

Dagegen stammt die Funktion, die zwei Raw-Bilder zu einem Komposit verschmilzt, von der D200; dasselbe gilt für die Option einer Mehrfachbelichtung. Wie man es angesichts eines Preisunterschieds von 730 Euro erwarten muss, bleiben einige Unterschiede zwischen der gohobenen Einsteigerklasse und der Mittelklasse bestehen: Im Gegensatz zum witterungsgeschützten Magnesiumgehäuse der D200 hat die D80 ein Kunststoffgehäuse; ihr fehlt auch ein X-Kontakt zur Synchronisation von Studioblitzanlagen, ihre Serienbildgeschwindigkeit ist geringer und im Raw-Modus auf kürzere Sequenzen beschränkt; auf die Schnittstelle zum Anschluss eines WLAN-Moduls muss man verzichten.

Wenn die D80 im September in den Handel kommt, wird man zwischen dem Gehäuse für rund 970 Euro und zwei Kit-Angeboten wählen können, die das Gehäuse wahlweise mit einem AF-S DX 18–70 mm 1:3,5–4,5G IF-ED Standardzoom oder dem neuen AF-S DX 18–135 mm 1:3,5–5,6 G IF-ED für jeweils rund 1300 Euro bundeln.

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