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Brandschutz oder Monopoly?

Panasonics neue Firmware schließt Drittanbieter-Akkus aus

17.06.2009 | mjh

Eine Originalversion des DMW-BCG10 für rund 60 Euro, wie er für die TZ6 und TZ7 benötigt wird.

Immer mehr Digitalkameras werden mit Lithium-Ionen-Akkus betrieben, und die Originalakkus der Kamerahersteller sind teuer; zwischen 30 und 100 Euro muss man meist für einen Zweitakku zahlen, will man dem Hersteller treu bleiben. Viele sehen sich daher nach Alternativen um, werden doch mechanisch und elektrisch kompatible Akkus von Drittanbietern schon zu einem Bruchteil des Preises angeboten.

Manche Kamerahersteller haben schon bisher versucht, dem einen Riegel vorzuschieben; so kann man in Fujis S5 Pro nicht die Akkus der Nikon D200 verwenden, obwohl das Fuji-Modell auf demselben Gehäuse basiert und der Akkutausch in umgekehrter Richtung sehr wohl funktioniert. Noch weiter geht nun Panasonic und führt mit Firmware-Updates für 16 aktuelle Modelle eine Batterierkennung ein, die Akkus von Drittanbietern ausschließt. Betroffen sind die Modelle FX40, FX550, FT1, FS4, FS6, FS7, FS8, FS1, FS25, FS42, FS62, TZ7, TZ6, TZ65, G1 und GH1, wobei die neue Firmware für die Micro-FourThirds-Kameras G1 und GH1 erst in Kürze verfügbar sein wird, während die Firmware für alle anderen Modelle bereits jetzt von Panasonics Website heruntergeladen werden kann. Die betroffenen Modelle nutzen die Akkus DMW-BCG10 und DMW-BCF10 (rund 60 Euro) sowie DMW-BLB13 (rund 100 Euro).

Panasonic begründet diese Maßnahme damit, dass Akkus von Fremdanbietern nicht immer die gleichen hohen Sicherheitsstandards wie die Originalprodukte gewährleisten würden. In der Tat stammen die Billigangebote oft aus undurchsichtigen Quellen und sind von zweifelhafter Qualität; es stimmt auch, dass mangelhafte Lithium-Ionen-Akkus in Brand geraten und nicht nur die Kamera zerstören, sondern auch den Fotografen verletzen können. Andererseits gelten diese Bedenken nicht pauschal für alle Anbieter, sodass der Verdacht bleibt, Panasonic wolle nicht nur seine Kunden schützen, sondern sich auch die eigenen Einkünfte aus dem Verkauf von Zweit- und Ersatzakkus sichern. Dem Kunden bleibt zunächst die Wahl, ob er die neue Firmware installieren will, und wer jetzt bereits mit guten Ergebnissen Akkus von Drittanbietern einsetzt, sollte davon Abstand nehmen. Es ist allerdings damit zu rechnen, dass die Batterierkennung künftig in alle neuen Kameras eingebaut sein wird.

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