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Fehlerfreies Fokussieren

Hasselblad kündigt H4D-50 und H4D-60 an

03.10.2009 | mjh

Mit der H4D-Reihe kündigt Hasselblad die nach der H1, H2, H3 und H3D-II nunmehr fünfte Generation des H-Systems an. Während die H4D-50 eine modernisierte Variante der vor einem Jahr eingeführten H3DII-50 ist, betritt Hasselblad mit der H4D-60 Neuland – oder kehrt vielmehr zu seinen Wurzeln zurück, denn deren Sensorformat von 53,7 mm mal 40,2 mm entspricht wieder annähernd dem 6x4,5-Format des Rollfilms. Bei einem unverändertem Pixelabstand von 6,0 µm finden nun 60 statt 50 Megapixel auf der Sensorfläche Platz.

Neben Verbesserungen im Detail wie einem 3,0-Zoll-Display mit auf 460.320 Pixel verdoppelter Auflösung bringen die H4D-Modelle ein völlig neues Feature mit: die APL („Absolute Position Lock“) Technologie, die als Erweiterung von Hasselblads True Focus die Fokussiergenauigkeit weiter verbessern soll.

Wenn man stets mit dem zentralen Messfeld des Autofokus scharfstellt – was bei Hasselblads Mittelformat-DSLRs unvermeidlich ist, da sie wie viele andere Mittelformatkameras nur dieses eine Messfeld haben – und dazu auf ein Motiv abseits der Bildmitte scharfstellt, um dann mit dem durch halbes Durchdrücken des Auslösers gespeicherten Fokus auf den gewünschten Bildausschnitt zurück zu schwenken, dann führt dies zu einer leichten Fehlfokussierung. Da die Schärfenebene plan ist, der gespeicherte Fokuspunkt aber beim Schwenken eine Kreisbahn beschreibt, hat man effektiv auf einen Punkt hinter dem Motiv scharfgestellt. Je größer der Schwenkwinkel und je kürzer die Entfernung, desto größer wird auch der Fokussierfehler und wird dann nicht mehr in jedem Fall durch die Schärfentiefe aufgefangen.

Eine Lösung dieses Problems sind AF-Systeme mit einer größeren Zahl von Messfeldern, die unter anderem deshalb bei Kleinbild- und APS-C-DSLRs zum Standard geworden sind. Statt die Kamera zu schwenken, kann man damit auf ein weiter außen liegendes Messfeld wechseln, um auf ein Motiv abseits der Mitte scharfzustellen. Allerdings reichen die Messfeldern nie bis an den Bildfeldrand; außerdem ist der Wechsel des Messfelds umständlicher als die beliebte Schwenktechnik des „focus-and-recompose“, von der viele Fotografen auch dann nicht ablassen, wenn sie mehrere AF-Messfelder zur Auswahl haben.

Hasselblads Alternative ist insofern nicht neu, als sie bereits vor einiger Zeit in Online-Foren diskutiert wurde, aber in den H4D-Modellen ist sie nun erstmals implementiert: Mit Bewegungssensoren, wie sie in ähnlicher Form auch in Systemen zur Bildstabilisierung genutzt werden, kann die Kamera Schwenk- und Kippbewegungen erfassen. Wenn der Fotograf nun die vom Autofokus gefundene Entfernungseinstellung speichert und die Kamera vor dem Durchdrücken des Auslösers schwenkt oder kippt, kann Hasselblads APL-Prozessor aus dem Schwenk- und Kippwinkel sowie aus den bekannten Eigenschaften des jeweils genutzten Wechselobjektivs einen Korrekturwert berechnen und die Fokussierung entsprechend anpassen. Dies soll so schnell geschehen, dass sich die Auslöseverzögerung nicht verlängert. Auch frühere Modelle des H-Systems hatten bereits eine Feinkorrektur des Autofokus durchgeführt; ihr True-Focus-System, in das sich APL nun eingliedert, konnte beispielsweise schon eine blendenabhängige Fokusverschiebung kompensieren (siehe Kann sich der Fokus beim Abblenden verschieben?).

Wie sich diese Technologie in der Praxis bewährt, wird man ab November mit der H4D-60 ausprobieren können, wenn das 60-Megapixel-Modell zu einem Preis von 28.995 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf den Markt kommt. Die H4D-50 wird im Laufe des ersten Quartals des nächsten Jahres die H3DII-50 ablösen und für 19.995 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer) in den Handel kommen.

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