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Ricoh kündigt Wechselmodul-Kamerasystem GXR an

Aufnahmemodule beinhalten Objektiv, Sensor und Bildverarbeitungsprozessor

10.11.2009 | cja

Ricoh ist bekannt für besonders ausgestattete Kameramodelle, die sich von den Konkurrenzmodellen mit besonderen technischen Daten abheben. Sei es ein weites Weitwinkelobjektiv oder eine pfiffige Lösung wie die elektronische Wasserwaage in der Display-Anzeige. Nun überrascht Ricoh mit einem etwas anderen Konzept, das die klassische Vorstellung einer Kamera-Objektiv-Kombination etwas hinter sich lässt. Die im Dezember 2009 auf den Markt kommende GXR ist ein Wechselmodul-Kamerasystem, mit dem der Fotograf bei einem Objektivwechsel zugleich das Aufnahmemodul austauscht. Und das Aufnahmemodul beinhaltet nicht nur die Linsengruppe sondern auch den Sensor und den Bildverarbeitungsprozessor. Das Kameragehäuse selbst verfügt über keinen Sensor. Diese Konstruktion ermöglicht nicht nur eine genau auf die jeweilige Aufnahmesituation angepasste Kamerazusammenstellung, sie ermöglicht zudem eine kreative Erweiterung der Kameraeinheit – beispielsweise durch einen Massenspeicher, Projektor oder Drucker, die mit einem Handgriff einfach an das relativ leichte und kompakte Kameragehäuse angebracht werden.

Aber das Kamerakonzept wird eventuell die Kaufentscheidung erschweren, denn jedes Modul unterscheidet sich nicht nur durch die Brennweite. Die Module, die im Gegensatz zur SLR beim Wechseln absolut staubgeschützt sind, beinhalten unterschiedliche Sensoren und Bildverarbeitungsprozessoren, wodurch sich auch die Leistungsmerkmale der gesamten Kamera ändern. Momentan bietet Ricoh zwei Aufnahmemodule an:

Das Modul A12 50mm F2.5 Macro verfügt neben dem Objektiv mit der Festbrennweite von 50 Millimetern über einen CMOS mit 12,3 Megapixel. Es zeichnet Videos mit einer maximalen Auflösung von 1280x720 Pixel in HD-Qualität auf. Laut CIPA sind bei der Kamera-Modul-Einheit bis zu 320 Aufnahmen möglich. Die Lichtstarke Linsengruppe korrigiert Ricoh zufolge die unterschiedlichen Arten von Abberation und bietet zudem eine gute optische Leistung bis in die Bildecken. Es ist dem Hersteller zufolge unter anderem gut für Portraitaufnahmen geeignet.

Das Modul S10 24-72mm F2,5-4,4 VC beherbergt einen CCD-Sensor mit der Auflösung von 10,0 Megapixel und das 3fach-Weitwinkelzoom weist eine auf Kleinbild umgerechnete Brennweite von 24 bis 72 Millimeter auf. Außerdem beherbergt das Modul einen mechanischen Bildstabilisator, der durch die Verschiebung des Sensors mögliche Verwackelungen in der Aufnahme vorbeugen soll. Videoaufnahmen sind mit einer maximalen Auflösung von 640x480 Pixel machbar. Bis zu 410 Aufnahmen sind mit dieser Kamera-Modul-Kombination CIPA zufolge möglich.

Das reine Kamerateil ohne Modul verfügt über einen Blitz und beherbergt einen 3.0-Zoll-Monitor, der mit 920 000 Pixel auflöst. Die Reichweite der Empfindlichkeit geht von ISO 200 bis ISO 3200. Die GXR hat einen internen Speicher von rund 86 MByte und nimmt zusätzlich extra zu erwerbende SD/SDHC-Speicherkarten auf. Energie liefert ein Lithium-Ionen-Akku, der jedoch je nach Modul mit einer Energieladung unterschiedlich lange die gesamte Kamera betreiben kann. Ricoh hat den Preis für die Kamera ohne ein weiteres Modul auf 460 Euro festgesetzt. Das S10 24-72mm F2,5-4,4 VC kostet dann noch 370 Euro zusätzlich und das A12 50mm F2.5 Macro 670 Euro. Auch wenn sich die GXR als Alternative zu einer digitalen SLR positioniert, sind das doch recht kräftige Preise.

Momentan hält Ricoh noch die gesamten Rechte an der Schnittstelle, die das einfache und schnelle Modulwechseln ermöglicht. Somit muss der Hersteller selbst für weitere Modulvarianten sorgen. Ricoh hat so auch schon für nächstes Jahr ein Tele-Modul angekündigt. Das GXR-Konzept dürfte jedoch erst für breitere Käufermassen interessante werden, wenn zahlreiche attraktive Module erhältlich sind – eben wie einen kleinen portablen Drucker oder Projektor. Das weiß auch Ricoh. Und so wurde bei der Projektvorstellung auch die Möglichkeit erwähnt, dass sich Drittfirmen an Ricoh wenden könnten, wenn sie Produkte für die GXR entwickeln und vertreiben möchten.

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