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Pentax’ neue Mittelklasse

Die K10D bringt 10 Megapixel, ein witterungsfestes Gehäuse, einen integrierten Bildstabilisator und ein Staubfilter

14.09.2006 | mjh

Schon Anfang des Jahres hatte Pentax seinen Erlkönig auf der PMA gezeigt, aber die einzigen bekannten Eckdaten der neuen DSLR für Semiprofis waren, dass der Sensor 10 Megapixel auflösen und zum Zwecke der Bildstabilisierung beweglich gelagert sein würde – eine Technologie, die Pentax bereits mit der Optio A10 eingeführt hatte. Statt des Mittelklassemodells kam dann aber zunächst die K100D auf den Markt, eine Weiterentwicklung des 6-Megapixel-Modells *ist DL2 mit integriertem Bildstabilisator. Und ein Gerücht machte die Runde: Pentax würde sein KAF-Bajonett ändern, um künftig Objektive mit eigenem Fokussiermotor zu unterstützen – bei Pentax-DSLRs war der Motor noch immer in das Gehäuse integriert, während andere Hersteller längst auf leise und schnelle Ultraschallmotoren im Objektiv setzen.

Mit der heutigen Ankündigung hat Pentax nun alle Spekulationen beendet und die Daten des neuen Modells offengelegt. Die K10D hat ein glasfaserverstärktes Polykarbonatgehäuse, das ein Edelstahlchassis umhüllt. Alle Bedienelemente und Schnittstellen sind abgedichtet, womit die Kamera beim Einsatz unter rauen Umweltbedingungen vor Spitzwasser und Staub geschützt ist. Gegenüber den bisherigen Pentax-Modellen ist die Kamera deutlich breiter und auch höher, verglichen mit anderen Mittelklasse-DSLRs aber immer noch recht kompakt. Einschließlich Akku und Speicherkarte wiegt die K10D 790 Gramm.

Das 10-Megapixel-CCD im Format 23,5 mal 15,7 Millimeter stammt vermutlich aus dem Hause Sony; ähnlich den Sensoren der Nikon D80 und Sony alpha100 wird er über zwei Kanäle parallel ausgelesen. Die Digitalisierung der Sensordaten erfolgt mit einer ungewöhnlich hohen Auflösung von 22 Bit; um die weitere Verarbeitung kümmert sich ein neuentwickelter Prozessor, die Pentax Real IMage Engine (PRIME). Neben der CPU wird wohl auch das schnelle DDR2-RAM dafür verantwortlich sein, dass die K10D nun im Serienbildmodus, der eine Geschwindigkeit von 3 Bildern pro Sekunde erreichen soll, nur noch durch die Kapazität der SD-Karte beschränkt wird – natürlich unterstützt die K10D den SDHC-Standard und damit Kapazitäten bis zu 32 Gigabyte. Schaltet man vom JPEG- auf das Raw-Format um, können noch 9 Bilder in Folge aufgenommen werden; 6 Bilder sind es, wenn man in beiden Formaten parallel speichert. Statt Pentax’ eigenem PEF kann man auch Adobes DNG als Raw-Format wählen. Raw-Bilder lassen sich schon in der Kamera in das JPEG-Format umwandeln, wobei man auf die Parameter Empfindlichkeit, Weißabgleich, Farbintensität, Farbsättigung, Kontrast und Schärfe Einfluss nehmen kann.

Der Sensor ist beweglich gelagert und kann mit Elektromagneten ausgelenkt werden, um die von Gyrosensoren registrierten Bewegungen der Kamera auszugleichen. Mit aktiviertem Bildstabilisator sollen verwacklungsfreie Aufnahmen mit 6- bis 16fach längeren Belichtungszeiten möglich sein; damit wäre er noch effektiver als der Bildstabilisator der K100D. In der K10D erfüllt der Mechanismus des Bildstabilisators noch eine zweite Aufgabe: Die Elektromagnete können den Sensor in Schwingungen versetzen, um anhaftenden Staub abzuschütteln. Eine ganz ähnliche Technologie setzt Sony in der alpha100 ein, aber im Gegensatz zu Sony hat Pentax auch Klebestreifen eingebaut, die den abgeschüttelten Staub binden sollen. Der Sensor ist darüber hinaus staubabweisend beschichtet – nicht antistatisch wie die Sensoren der Canon EOS 400D und Sony alpha100, sondern mit einer Fluor-Verbindung, deren Wirkung offenbar auf einer Variante des Lotus-Effekts beruht.

Wie schon länger vermutet, hat Pentax das KAF2-Bajonett tatsächlich erweitert, um neue, mit eigenem Fokussiermotor ausgestattete Objektive zu unterstützen. Dennoch ist die K10D auch zu existierenden KAF2-, KAF- und KA-Objektiven kompatibel.

Der Spiegelreflexsucher der K10D verwendet ein Dachkantprisma, das gegenüber einem Dachkantspiegelsystem für eine höhere Lichtausbeute und ein helleres Sucherbild sorgt. Die auswechselbare Einstellscheibe zeigt einen Bildausschnitt von 96 Prozent; die Vergrößerung von 0,95 spricht für ein großes Gesichtsfeld des Suchers.

Bei der Stromversorgung markiert die K10D eine Abkehr vom Gewohnten: Die K10D bezieht ihre Energie erstmals bei diesem Hersteller aus einem Lithium-Ionen-Akku statt aus Mignon- oder CR-V3-Zellen. Mit einer Akkuladung soll die Kamera bis zu 480 Aufnahmen (nach CIPA-Standard) bewältigen, und falls das nicht ausreicht, kann man den optionalen Batteriegriff D-BG2 montieren, in dem ein weiterer Lithium-Ionen-Akku Platz findet. Der D-BG2 erweitert die K10D gleichzeitig um einen Hochformatauslöser samt Einstellrädern und anderen verdoppelten Bedienelementen.

Für das Gehäuse, das Ende Oktober in den Handel kommt, hat Pentax einen Preis von rund 900 Euro angesetzt; im Bundle mit einem 18–55 mm Standardzoom wird es für rund 1000 Euro angeboten.

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