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Der Reigen

Pentax wechselt von Hoya zu Ricoh

04.10.2011 | mjh

2006 war Pentax noch ein unabhängiges Unternehmen, das vor allem Kameras und Objektive, Ferngläser und Endoskope herstellte. Am Ende jenes Jahres begann Hoya Versuche, Pentax zu übernehmen, wobei das Interesse vornehmlich der Medizintechniksparte galt – man musste befürchten, dass Pentax nach einer Übernahme filetiert werden würde, hatte doch schon früher eine den „Heuschrecken“ zuzuordnende Minderheit von Anteilseignern eine Aufgabe der Fotosparte propagiert. Der Hoyas Plänen zugeneigte Pentax-CEO Fumio Urano wurde dann aber im April 2007 abgesetzt, woraufhin die Verhandlungen von vorn beginnen mussten. Im Juni erwarb Hoya dann doch noch zu für Pentax günstigeren Konditionen die Pentax-Anteile und führte zunächst das vollständige Produktportfolio weiter.

Das Pentax-Q-System

In den folgenden Jahren entwickelte sich Pentax Fotosparte recht erfolgreich; mit DSLRs wie der K-7, K-x, K-5 und K-r errang Pentax wieder größere Marktanteile und das zwischenzeitlich schon aufgegebene Projekt einer digitalen Fortsetzung von Pentax’ Mittelformatsystem führte zur Pentax 645D, die das Mittelformat auch für Amateure erschwinglich machte. Zuletzt überraschte Pentax mit dem spiegellosen Q-System, das auf dem für Kompaktkameras typischen Sensorformat 1/2,3-Zoll basiert.

Damit erschien der für Hoya weniger interessante Teil von Pentax attraktiv genug für andere Unternehmen, und in diesem Jahr erklärte Ricoh seine Absicht, Pentax’ Consumer-Sparte von Hoya zu übernehmen. Mit dem 1. Oktober ist die Übernahme nun abgeschlossen und der Firmenname wurde dementsprechend in Pentax Ricoh Imaging Company, Ltd. geändert. Das neue Unternehmen übernimmt die Produktionsstätten, die Liegenschaften sowie die weltweite Distribution der Pentax-Produkte – mit Ausnahme der medizinischen Optik, die bei Hoya verbleibt. Die Geschäftsfelder der neuen Pentax Ricoh umfassen die Herstellung und den Verkauf von Digitalkameras, Ferngläsern und Objektiven für Überwachungskameras. Nachdem diese Sparten beim früheren Eigner Hoya als eher ungeliebt galten, ist Ricoh neben seinen Produkten aus dem Bürogerätebereich schon seit vielen Jahren auch im Kamerageschäft engagiert, unter anderem mit dem GXR-Kamerasystem, das aus einem Rückteil mit Display, Bedienelementen und dem größten Teil der Elektronik und austauschbaren Modulen aus Sensor und Objektiv besteht. Es ist zu hoffen, dass Pentax unter Ricohs Dach ruhigeren Zeiten entgegen geht und uns auch weiter mit attraktiven Fotoprodukten überraschen kann.

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