Im Test: Sony Cyber-shot DSC-W90

Mit der Cyber-shot DSC-W90 hat Sony im März 2007 eine Ultrakompaktkamera herausgebracht, die über einen 8,1-Magapixelsensor, ein 2,5-Zoll-Display sowie über ein 3fach-Zoom verfügt. Dessen Lichtstärke sinkt von f2,8 bei kürzester Brennweite auf f5,2 bei längster ab. Mit 8 Zoomschritten kann ein Fotograf die umgerechnete Brennweite von 35 bis 105 Millimeter durchfahren. Dies sind zwei Stufen mehr, als bei einer Ixus mit vergleichbarer Brennweite möglich ist. Mit einer kleinsten Bilddiagonalen von rund 54 Millimeter sowie einem Abbildungsmaßstab von rund 76 Pixel pro Millimeter bietet die DSC-W90 nicht gerade den überzeugendsten Makromodus an.

Belichtungssteuerung

Die Belichtung steuert man via Programmautomatik oder mit einem von 7 Motivprogrammen. Dabei steht als längste Belichtungszeit 1 Sekunde und als kürzeste 1/1600 Sekunde zur Verfügung. Ein Live-Histogramm hilft zudem bei der Findung der richtigen Belichtungseinstellung. Als maximale Empfindlichkeitsstufe bietet die DSC-W90 ISO 3200.

Ausstattung und Handling

Die Cyber-shot DSC-W90 ist mit einer Gesichtserkennung ausgestattet, verfügt über einen optischen Bildstabilisator und einen HD-Ausgang, über den man die Fotos auf einem HD-Fernseher betrachten kann. Das dazu benötigte Kabel ist jedoch optionales Zubehör.

Die DSC-W90 ist bereits einen Tick zu klein, um sie mit nur einer Hand sicher und ruhig führen zu können, ohne dass man sich verkrampfen muss. An der rechten Kameraseite befindet sich die Klappe für den Akku und die Speicherkarte. Diese erscheint stabil und ist leicht zu handhaben. Der Sucher ist nicht unbedingt komfortabel und bietet sich daher eher für Notsituationen an, die an Energiemangel und einer fehlenden Steckdose in der Nähe zu erkennen sind. Die Bedienelemente auf der Kamerarückseite haben einen deutlichen Druckpunkt und sind trotz der etwas kleinen Auslegung gut zu bedienen. Schließt man die DSC-W90 an einen Computer via USB-Kabel an und überträgt die zuvor aufgenommen Fotos, erreicht der Transfer sehr schnelle 10,6 MByte pro Sekunde (iBook G4 mit Mac OS X v10.4.11). Die W90 erlaubt das mounten auf dem Desktop eines Rechners und ist somit Massenspeichermodustauglich.


Sony Cyber-shot DSC-W90

HerstellerSony
Preisrund 350 Euro
MarkteinführungEnde März 2007
Sensor1/2,5-Zoll-CCD (5,7x4,3 mm); 8,1 Mio. Pixel; Pixelabstand 1,8 µm
Auflösungen3264x2448, 3264x2176, 2592x1944, 2048x1536, 1920x1080, 640x480
Megapixel8,1
Brennweite/Lichtstärke35 bis 105 mm, f2,8 bis f5,2
Zoom (optisch/digital)3fach/6fach
Naheinstellgrenze50 cm, Makro: 4 cm
Abbildungsmaßstab / kleinste Bilddiagonale76 Pixel/mm, 53,9 mm
FiltergewindeNein
Autofokusja, mit Hilfslicht, 9-Punkt-AF
Manuelle Fokussierungnein
Empfindlichkeit (ISO)100, 200, 400, 800, 1600, 3200
Blendef2,8 bis f8
Verschlusszeit1/4 bis 1/1600 Sekunde, manuell bis 1 Sekunden
BelichtungssteuerungProgrammautomatik, Motivprogramme (7)
Belichtungsmessungmittenbetont, Mehrfeld, Spot
Belichtungskorrekturum ±2 EV in Schritten von 1/3 EV
Kontrollierbare ParameterFarbsättigung (±1), Blitz (±1)
Histogramm (vor/nach der Aufnahme)ja/ja
Parameter für BelichtungsreihenLichtwert
Weißabgleichautomatisch, 7 Voreinstellungen
Serienbilder2,1 Bilder pro Sekunde, 100 in Folge
Blitzeingebaut; Rote-Augen-Reduktion; Langzeitsynchronisation
Sucheroptisch
Display2,5-Zoll-TFT-LCD mit 115000 Pixeln
Speicher (Lieferumfang)MemoryStick Duo, MemoryStick Pro Duo (31 MB intern)
SpeicherformateJPEG, MPEG-1
Movie-Modus (Auflösung/Bilder pro Sek./Länge/Ton)640x480, 320x240/30/unbegrenzt/mit Ton
SchnittstellenUSB High-Speed, AV-out (Anschluss für HD-ready-TV, Datentransfer 10,6 MByte/s)
Stromversorgung1 Lithium-Ionen-Akku; Lieferumfang: Lithium-Ionen-Akku und Ladegerät; maximale Batterielaufzeit nach CIPA: 350 Aufnahmen; zusätzliche Mangan-Silizium-Pufferbatterie (MS614)
GehäusematerialAluminium
Abmessungen (B/H/T)91/58/22,9 mm
Gewicht (betriebsbereit)148 Gramm
Besonderheitenoptischer Bildstabilisator; Gesichtserkennung; Bionz Imaging Prozessor; Rote-Augen-Retusche in der Kamera; Orientierungssensor für automatische Bilddrehung

Geschwindigkeit

Beim Einschalten benötigt die Cyber-shot DSC-W90 rund 1,8 Sekunden Zeit, bis die Kameraelektronik aufnahmebereit ist. Die Auslöseverzögerung der W90 nach einer Vorfokussierung ist mit 0,00 Sekunden sehr schnell. Und auch die Verzögerung beim Auslösen im Weitwinkelbereich liegt mit 0,2 Sekunden im sehr guten Bereich. Die DSC-W90 benötigt mit 0,03 Sekunden bei längster Brennweite nur unwesentlich länger zum Auslösen.

Mit 1,3 Sekunden liegt auch die erreichbare Bildfolgezeit im grünen Bereich. Nur die Serienbildgeschwindigkeit ist wie gewöhnlich bei den Ultrakompakten etwas langsam ausgefallen. Mit 2,1 Bildern pro Sekunde erreicht die W90 nur eine ausreichende Bewertung. Dafür lassen sich 100 Bilder in Folge aufnehmen.


Sony Cyber-shot DSC-W90: Geschwindigkeit

Einschaltzeit (Sek.)1,8
Auslöseverzögerung nach Vorfokussierung (Sek.)0,00
Auslöseverzögerung inkl. Fokussierung bei kürzester Brennweite (Sek.)0,2
Auslöseverzögerung inkl. Fokussierung bei längster Brennweite (Sek.)0,3
Bildfolgezeit (Sek.)1,3
Serienbildfrequenz bei höchster JPEG-Qualität (Bilder/Sek.)2,1
Anzahl der Serienbilder in Folge100

Bildqualität

Die Cyber-shot DSC-W90 löst mit rund 1670 Linien sehr gut auf. In der Grundempfindlichkeit zeigt das Sony-Modell ein niedriges Helligkeitsrauschen auf. Und auch das Farbrauschen ist mit 0,8 Prozent relativ niedrig. Bis zur Empfindlichkeit von ISO 400 sinkt der Rauschabstand von 16,9 dB auf 14,9 dB und somit steigt das Helligkeitsrauschen etwas an. Bleibt jedoch über der kritischen Marke. Das Farbrauschen steigt in dem selben Empfindlichkeitsbereich von besagten 0,8 auf 1,5 Prozent. Bleibt aber auch unterhalb der kritischen Marke von 3 Prozent. Und wird von der Kameraelektronik auch im darauf folgenden ISO-Wert 800 wieder auf 1,2 Prozent gedrückt, um bei ISO 3200 bei 1,7 Prozent zu landen. Auch das Helligkeitsrauschen tritt in den höheren Empfindlichkeitsstufen von ISO 800 bis ISO 3200 verstärkt auf. So messen wir hier 13,3 dB und in der höchsten Stufe nur noch 9,0 dB. Somit unterschreitet die DSC-W90 hier etwas die kritische Marke von 10 dB.

ISO 100ISO 200ISO 400
ISO 800ISO 1600ISO 3200

In Testbildern lassen sich Nachschärfeartefakte erkennen. Die Farbflächen fließen bedingt durch die Rauschunterdrückung in der höchsten Empfindlichkeitsstufe leicht in die angrenzenden Flächen.

Das 3fach-Zoom der DSC-W90 vignettiert bei kürzester Brennweite mit 21 Prozent; bei längster Brennweite sind es noch 18 Prozent. Die Blitzvignettierung ist mit über 50 Prozent recht hoch. Jedoch stört am meisten die mit 3 Prozent hohe Verzeichnung des Objektivs im Weitwinkelbereich. Bei längster Brennweite kommt es im Test dann nur noch zu einer Verzeichnung von 0,3 Prozent.

Mit einer Farbabweichung von 2,1 Prozent ist die W90 recht Farbtreu. Rot neigt zu Orange, Gelb tendiert stärker zu Grün, Grün neigt zu Cyan. Außerdem neigt Cyan zu Grün und Blau tendiert zu Cyan. Der automatische Weißabgleich liegt bei Tageslicht 4,8 Prozent neben der Vorgabe, was einer guten Leistung entspricht. Unter Kunstlichtbedingungen kommt es mit der dazugehörenden Kunstlichteinstellung zu einer Abweichung von 8,9 Prozent. Dies ist ebenfalls ein guter Wert.


Fazit

Die Sony Cyber-shot DSC-W90 bietet eine gute Bildqualität, ist befriedigend ausgestattet und ist auch gut in Bezug auf die Geschwindigkeit. Wie bei sehr vielen Ultrakompaktkameras zieht der langsame Serienbildmodus auch hier die Gesamtnote im Bereich Geschwindigkeit etwas nach unten. Das Zoomobjektiv ist im Telebereich etwas Lichtschwach und verzeichnet bei kürzester Brennweite doch recht stark. Dafür bietet die W90 Dank interner Rauschunterdrückung weitgehend Rauscharme Fotos. Daher bewerten wir im Vergleich aller Kameras die Sony Cyber-shot DSC-W90 in der Klasse der Ultrakompaktkameras als „empfehlenswert“. cja


Sony Cyber-shot DSC-W90: Wertung

Bildqualität (40%)11,89 Punktegut (1,7)
Ausstattung (30%)8,15 Punktebefriedigend (3,0)
Geschwindigkeit (20%)11,92 Punktegut (1,7)
Handling (10%)10,50 Punktegut (2,2)
Gesamtnote10,63 Punktegut (2,2)
Progeringes Rauschen, flotte Auslösereaktion, schnelle Datenübertragung via USB-Schnittstelle
Contrakein Zoom im Videomodus während der Aufnahme, starke Verzeichnung im Weitwinkelbereich, hohe Blitzvignettierung, langsamer Serienbildmodus
Unser Urteilempfehlenswert
Copyright ©2008 by Christopher Jakob