Was macht einen guten Makromodus aus?

Die meisten Hersteller geben in ihren Datenblättern lediglich den Abstand an, ab dem die Kamera im Makromodus noch scharfstellen kann. Dieser spiegelt jedoch nur einen Teil der Makrofähigkeit einer Kamera wieder; weitere Faktoren sind die Brennweite und die Auflösung. So hat beispielsweise die 5-Megapixel-Kamera Minolta DiMAGE F300 eine relative große Naheinstellgrenze von 14,5 Zentimetern, wählt im Makromodus allerdings eine lange Brennweite und erzielt so deutlich bessere Ergebnisse als manche Kamera mit 5 und 6 Zentimetern Mindestabstand bei kürzester Brennweite. Der große Abbildungsmaßstab wird hier durch eine Vergrößerung erreicht, und nicht allein durch die Annäherung an das Motiv. Die Teleeinstellung im Makromodus hat dabei den Vorteil, dass das Objektiv dann in der Regel weniger stark verzeichnet und dass Tierfotografen leichter die Fluchtdistanz einhalten können. Auch die geraffte Teleperspektive ist meist vorteilhaft.

Auch die Pixelzahl muss man bei der Beurteilung des Makromodus berücksichtigen: Beispielsweise könnte man aus einem aus einer Entfernung von 10 Zentimetern aufgenommenen 4-Megapixel-Bild ein 1-Megapixel-Bild ausschneiden, für das eine echte 1-Megapixel-Kamera auf 5 Zentimeter an das Motiv heranrücken müsste. Selbst mit einer etwas größeren Naheinstellgrenze ist eine Kamera mit höherer Auflösung daher die bessere Wahl, wenn es auf die Makrofähigkeit ankommt.

Ein aussagekräftiger Wert für die Makrofähigkeit ist der Abbildungsmaßstab, gemessen in Pixeln pro Millimeter. Er bezieht neben dem Mindestabstand und der Brennweite auch die Auflösung der Kamera in die Bewertung ein. Aus dem Abbildungsmaßstab lässt sich die kleinste Bilddiagonale und die minimale Objektgröße errechnen. Die Berechnung erfolgt im folgenden Beispiel anhand einer der besten Makrokameras, Nikons Coolpix 4500 mit einer Naheinstellgrenze von 2 Zentimetern; sie hat eine Auflösung von 2272 mal 1704 Pixeln (4 Megapixel) und einen Abbildungsmaßstab von 149 Pixeln pro Millimeter.

Zur bequemen Berechnung dieser Werte können Sie auch das folgende Formular benutzen, in das Sie nur die Bildgröße in Pixeln und den Abbildungsmaßstab einzutragen brauchen:

Bildbreite (Pixel) Bildhöhe (Pixel) Abbildungsmaßstab
(Pixel/mm)

Motivbreite (mm) Motivhöhe (mm) Motivdiagonale (mm)

Wer seine Kamera im Nahbereich einsetzen will, sollte also vor allem auf einen möglichst großen Abbildungsmaßstab achten. Wenn sich zwei in Frage kommende Modelle in diesem Punkt kaum unterscheiden, sollte man dem Kandidaten mit dem größeren Mindestabstand den Vorzug geben. Eine weitere Naheinstellgrenze bei gleichem Abbildungsmaßstab bedeutet nämlich, dass man diesen Abbildungsmaßstab schon bei Aufnahmen aus größerer Entfernung erzielen kann, was für Makroaufnahmen generell vorteilhaft ist. aj/mjh

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